Lebendiger Geschichtsunterricht in Form einer Theateraufführung im beruflichen Gymnasium der WKS

Sonja Elisabeth Martens und Simon Weiskopf nahmen in ihren Rollen als Sophie und Hans Scholl die Schüler mit auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. Durch das Theaterstück “Die Weiße Rose – die letzte Stunde der Geschwister Scholl” erhielten die jugendlichen Zuschauer einen Einblick in die deutsche Geschichte zur Zeit des Nationalsozialismus.

Eine etwas andere Geschichtsstunde erlebten die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 12 und 13 des beruflichen Gymnasiums (BG) der Wilhelm-Knapp-Schule (WKS) Weilburg. Das Tourneetheater „Der Weimarer Kulturexpress“ spielte für die Jugendlichen das Stück „Die Weiße Rose – die letzte Stunde der Geschwister Scholl“ in der Schulaula des beruflichen Bildungszentrums.

Das Zweipersonenstück zeigte die letzte Stunde der Geschwister Scholl, die in der Todeszelle auf ihre Hinrichtung warten. Die beiden Schauspieler Sonja Elisabeth Martens (Sophie Scholl) und Simon Weiskopf (Hans Scholl) nahmen die Schülerinnen und Schüler mit auf eine dramatische Zeitreise in die Vergangenheit Deutschlands. In Erinnerungen ließen die Darsteller noch einmal zentrale Lebensstationen der Geschwister auf ihrem Weg zum Widerstand gegen Adolf Hitler und die Nationalsozialisten Revue passieren, so dass die Ursachen und Hintergründe für die Aktionen der „Weißen Rose“ deutlich – ja geradezu lebendig – wurden. Die Zuschauer fühlten und litten mit den beiden Verurteilten, teilten aber auch ihre freudigen Momente.

Trotz oder gerade wegen der spärlichen Ausstattung des Bühnenbildes – die Zelle bestand nur aus einem Bett, einem Hocker und einer schwarzen Wand auf der der Spruch „Allen Gewalten zum Trutz“ geschrieben stand – gelang es Sonja Elisabeth Martens und Simon Weiskopf durch ihr intensives Spiel hervorragend und glaubwürdig die bedrückende Situation der beiden Verurteilten darzustellen. Bei der Darstellung ihres Lebens wechselten sich heitere mit beängstigenden Situationen ab.

Insbesondere einige intensive Monologe der beiden Protagonisten trugen dazu bei, die beklemmende Atmosphäre überzeugend zu vermitteln Das Publikum wurde durch die Darstellung mit in die Zeit des Nationalsozialismus genommen und erlebte ebenso die Ängste der Geschwister und ihrer Mitverschwörer, durch die ständige Bedrohung entdeckt zu werden, wie auch die Hoffnungen und Ziele der „Weißen Rose“, die mit ihren Flugblattaktionen das deutsche Volk aufrütteln wollte. Das Stück endete mit der Hinrichtung von Hans und Sophie Scholl sowie ihres Freundes Christoph Probst. Bevor das Fallbeil fiel, ergänzte Hans Scholl den Spruch an der Zellenwand, so dass zu lesen war: „Allen Gewalten zum Trutz – sich erhalten!“

Das Theaterspiel „Die Weiße Rose – die letzte Stunde der Geschwister Scholl“ stammt aus der Feder von Patric Tavanti, der auch als Regisseur für die Inszenierung verantwortlich ist. Nach der Aufführung standen Sonja Elisabeth Martens und Simon Weiskopf den Zuschauern noch für Fragen zu dem Stück und dem Leben der Geschwister Scholl Rede und Antwort und verdeutlichten, warum die Thematik – für Freiheit und Menschenwürde einzutreten – auch in der heutigen Zeit nichts an Bedeutung verloren hat, und dass die Demokratie ein hohes Gut ist, das es zu schützen und verteidigen gilt. Daher sei es wichtig aus der Geschichte zu lernen, um die Fehler der Vergangenheit zu vermeiden. Dies sei ebenso von immanenter Bedeutung, wie die Förderung des politischen Wissens, betonten die beiden Schauspieler.

Initiator dieser außergewöhnlichen Unterrichtsstunde war Geschichtslehrer Dr. Rolf Bernhardt, der – in Kooperation mit seinen Kollegen Regina Hölzgen, Carola Lyndian und Fabian Jung – die Theatergruppe engagiert hatte. Doch nicht nur für den Geschichtsunterricht, sondern auch für Schülerinnen und Schüler des Kurses „Darstellendes Spiel“ von Dr. Astrid Eisbrenner war die Aufführung eine lehrreiche Bereicherung.

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